Beta-Impressionen: Torment – Tides of Numenera

Iadace! Im Jahre 2013 mit Rekordsumme bei Kickstarter gefunded, lässt das Computer-RPG „Torment: Tides of Numenera“ gehörig auf sich warten. Seit ca. einer Woche ist nun die Beta-Version für alle Kickstarter-Backer verfügbar, bei Steam startet heute der Early Access für jeden, der sich ebenfalls am Test beteiligen möchte (und bereit ist, das Spiel dafür in seinem jetzigen Zustand zu kaufen).

Ich habe mich in den letzten Tagen mehrere Stunden mit der Beta auseinandergesetzt und möchte mal ein paar erste Eindrücke schildern. Wichtig zu betonen ist, dass es sich natürlich nicht um die endgültige Version des Spiels handelt. Viele Dinge ändern sich (hoffentlich!) noch, die zahlreiche Ecken und Kanten werden geglättet. Deshalb halte ich mich bei Aussagen über den technischen Stand des Spiels zurück. Mein 7 Jahre alter Spiele-PC ist eh kein  guter Vergleichsmaßstab mehr…

Torment spielt in einem Gebiet der Neunten Welt, das südöstlich der Ferne (Beyond) liegt. In der Beta sind ca. die ersten 10 Spielstunden enthalten, beginnend mit einem sehr ausführlichen Prolog und einem großen Teil der Stadt Sagus Cliffs. Nach Angaben der Entwickler sind das 1/5 des gesamten Spiels. Das Gebiet taucht bisher in keinem offiziellen Numenera Produkt auf, bekommt aber demnächst sein eigenes Quellenbuch.

Die Spielperspektive, das Interface, die Steuerung, alles erinnert an die alten Infinity Engine-Spiele Baldur’s Gate, Planescape Torment und – aus jüngster Zeit – Pillars of Eternity. Man blickt aus isometrischer Perspektive auf das Geschehen, das sich auf vorgezeichneten Umgebungen abspielt. Die Chrakatere werden durch 3D Modelle dargestellt. Grafisch wurde mit Partikel- und Lichteffekten, sowie zahlreichen animierten Objekten nachgeholfen, um eine etwas weniger statisch wirkende Szenerie zu erschaffen. Die Welt von Numenera wurde dabei wirklich schön in umgesetzt. Das liegt an den  abwechslungsreich gestalteten Umgebungen mit allerlei seltsamen Elementen wie einem schwebenden, vor Gravitationskräften zitternden Kubus, der verwirrenden Architektur alter Ruinen oder den seltsamen Kreaturen, de Sagus Cliffs bevölkern.

Die Charaktererschaffung findet in bespielbaren Umgebungen innerhalb des Geistes des Protagonisten statt. Ihr spielt einen „Castoff“, ein menschliches(?) Gefäß für den so genannten „Changing God“, eine Entität, die seit vielen hundert Jahren existiert, indem sie ihren Geist in immer neue Körper wandern lässt und die alten Hüllen zurücklässt. In einen solchen verlassenen Körper kehrt dann ein neue Bewusstsein ein – in diesem Falle euer Charakter. Die Idee passt aus meinen Augen wirklich gut zu Numenera. Viel wird in der Beta noch nicht verraten, aber dass es sich beim Changing God sicher nicht um einen Gott handelt und auch die Seelenwanderung nichts salrales an sich hat, davon kann man ausgehen. Der Umstand, dass euer Charakter quasi ein „Neugeborener“ ist und keinerlei Wissen über die Welt besitzt, macht den Einstieg in die Neunte Welt einfacher für Spieler, die zum ersten Mal von Numenera hören. Ihr lasst euch von euren Gefährten im Spiel erklären, was Cypher sind, was die Äon Priester so treiben, etc.

Schon im ersten (rundenbasierten) Kampf merkt ihr, dass unter der Haube des Spiels das Herz des Cypher System schlägt. Ein Blick auf den Charakterbogen offenbart die bekannten Spielbegriffe und Fähigkeiten der Charakterklassen, Deskriptoren und Foki. Mit kleinen Anpassungen zugunsten der Spielbarkeit in einem CRPG wurde das Cypher System fast originalgetreu übertragen. Effort und die Statpools funktionieren so, wie sie sollen, sowohl im Kampf, als auch in Dialogen oder den Interaktionen mit den Objekten der Spielwelt. Es gibt kritische Erfolge und auch an Cyphern mangelt es nicht. Man merkt, dass es den Entwicklern wichtig war, das Pen&Paper-System möglichst originalgetreu umzusetzen. Das gibt dem ganzen Spiel ein Old-School-Feeling, das man natürlich mögen muss. Torment ist kein Dragon Age Inquisition mit seiner cineastischen Inszenierung. Torment ist Torment und wer das Gefühl haben möchte, einen wahren Nachfolger zu Planescape Torment zu spielen, wird hier nicht enttäuscht.

Es freut mich total, dass soviel Wert darauf gelegt wurde, das Setting der Neunten Welt so detailverliebt umzusetzen. Als Kenner von Numenera erlebt man gleich zu Beginn zahlreiche Momente, in denen man sich „zuhause“ fühlt: Ein Besuch beim Orden der Wahrheit, ein NSC, der von seiner Heimatstadt Lhauric erzählt oder die biomechanische Kreatur, die zur Studienzwecken auf dem Marktplatz von Sagus Cliffs festgehalten wird, weil sie nur Nachts friedlich ist und tagsüber zur Killermaschine wird.

Der aktuelle Stand des Spiels weist natürlich noch ne Menge Fehler und Unklarheiten auf. Das Interface ist provisorisch und der Prolog wirkt teilweise auch etwas uneinheitlich in seiner Gestaltung. Aber es ist ein guter und vielversprechender Anfang, der Lust auf mehr macht.

Die Beta/Early Access Version ist ab heute (vermutlich Abend) bei Steam erhältlich.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s